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Familienchronik

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Auszug aus der Familienchronik von Grächen 1632 - 1952
Von Rudolf Schnidrig


Familien-Statistik

Vor dem 17. Jahrhundert sind im Vispertal noch keine regelmässig fortlaufende Tauf- , Ehe- und Todesregister erstellt worden. Es mögen wohl schon früher verschiedene Aufzeichnungen gemacht worden sein, jedoch nur mangelhaft und ohne geordnete Sammlung. Wahrscheinlich sind die ältesten Notizen teils verlorengegangen und die restlichen - weil unvollkommen - nicht in die erst erstellten Bücher eingetragen worden. Dies geht hervor aus dem Pfarrarchiv von Visp mit der ältesten Mutterkirche des Tales. Im Register des Parrei-Inventars von Visp heisst es unter Nr. 103 D " ältestes Taufbuch der Pfarrei vom Jahre 1632 an via 1710". Auch die Familienstatistik der Hochw. Herren Pfarrer Peter Jos. Ruppen in St. Niklaus (1862) und Jos Ruden von Zermatt (1869) reichen nicht weiter zurück als in das 17. Jahrhundert.

In der Pfarrei Grächen, die lange Zeit eine Filiale von Visp war, datiert das älteste Taufbuch aus dem gleichen Jahre wie dasjenige in Visp (1632). Folglich ist anzunehmen, dass die Familienchronik von Grächen soweit zurückweist, als in der Mutterkirche von Visp Aufzeichnungen vorliegen.

Wo nachstehend die Herkunft von Elternpaaren fehlt, sind die betreffenden Personen schon vor den ersten regelmässigen Aufzeichnungen der vorhandene Taufbücher in unserer Gemeinde Grächen geboren worden und haben daselbst Wohnsitz gehabt. Vor Erstellung der ersten Taufbücher (1632) lebten in Grächen ungefähr 52 Ehepaare mit 15 verschiedenen Geschlechtsnamen. Bis auf den Namen Schnidrig sind die Familien heute alle entweder ausgestorben oder ausgewandert. Vor 1632 lebten nachweisbar 10 Familien Schnidrig mit genauen Angaben ihres damaligen Wohnweilers in Grächen. Bis zur Gründung der Pfarrei (1750) wuchsen diese Familien auf 40 Ehepaare an.

 





Burgerfamilien

Die heute noch lebenden Burgerfamilien kann man wie folgt einteilen:

In Wurzelburger:

1632

Schnidirg

1632

Walter 1

1636

Fux 1

1731

Truffer


In Stockburger:

1707

Vonschallen

1793

Brigger

1831

Walter 2

1831

Abgottspon

1831

Amstutz


In Stammburger:

1804

Hagen

1831

Wyss

1813

Unterdembiel

1813

Ruf

1813

Ruf

1818

Willinier

 

 

1831

Andenmatten 1


In Zweigburger:

1902

Andenmatten 2

1906

Andenmatten 3

1906

Andenmatten 3

1906

Fux 2

1917

Ruppen

Obige Einteilung gründet sich auf den Vergleich mit einem Baume. Die Jahreszahlen bedeuten den ersten Aufenthalt in Grächen, bei den Zweigburgern das Einbürgerungsjahr.


Familie Abgottspon

Die verschiedenen Familiennamen lassen sich oft vom Handwerk herleiten, oder sind vom Ortsnamen, wo die Leute wohnten, übernommen worden. Abgottspon ist eine sehr alte Familie; schon im Jahre 1237 benannt, die ihren Namen vom jetzt genannten Weiler "Gspon" in der Staldenried erhalten hat. Spätere Zweige kürzten den Namen auf Gottsponer und Gsponer ab. Der Zweig Abgottspon in Gröchen stammt von Staldenried. Die Eltern des unten genannten Theokul Gottensponer (Abgottspon) sind heute nicht mehr bekannt, da vor dem Jahre 1870 in der Gemeinde Staldenried keine Geburten eingetragen sind, wohl aber selbe in Stalden in der Mutterpfarrei eingetragen wurden und dort sind durch einen Pfarrhausbrand alle alten Taufbücher bis auf das Jahr 1778 zerstört worden,

Theodul Gottensponer (Abgottspon), wohnhaft in Täschuneggu, gest. 1783 bei der Obern-Egge


Familie Amstutz

Bekannt seit dem 15. Jahrhundert in Küssnacht, Kt. Schwyz, und Altdoft, Kt. Uri. Im 18. Jahrhundert hat sie sich ins Wallis verzweigt nach Grächen.

Karl Amstutz, gest. 1769


Familie Andenmatten

Dieser Geschlechtsname ist vom Wohnorte "An den Matten" abgeleitet. Es ist eine alte, angesehene Familie aus dem Saastale. Schon vor dem 15. Jahrhundert dort anwesend. Eine Zweigfamilie aus Saas-Grund gründete hier in Grächen zwei verschiedene Familien Andenmatten, welche beide von Saas-Grund herstammen, aber nicht die gleichen Voreltern haben. Die Eltern der Gebrüder Peter Joseph Andenmatten, Nr.410, und Franz Andenmatten, Nr.417, die sich in Grächen eingekauft haben im Jahre 1902 und 1906, heissen Peter Joseph Anbenmatten, Ehe 1845 mit Marta Anthamaten, beide von Saas-Grund.

Peter Joseph Andenmatten, geb. 1848/1906 in der Bine, eingebürgert im Jahre 1902


Familie Anthamatten

Vom Weiler " An Tannenmatten" in Saas-Grund benannte Familie, die dort schon im 15. Jahrhundert vorkommt. Ein Nachkömmling nach Grächen gesiedelt im 19. Jahrhundert.

Alois Anthamatten, geb. 1855/1897, des Franz und der Anna Maria Bilgischer von Saas-Grund Bürgerrecht erworben im Jahre 1906


Familie Briggeler (Brigger)

Briggiler, Briggeler und Brigger, diese Namen haben enge Beziehung mit "Kleine Brücke". Die Briggeler haben sich in Grächen um das Jahr 1678 niedergelassen, herkommend von "Monte Terbinen", Gemeinde Visperterminen. Alte, heute noch in Grächen wohnende Verwandte wollen die Briggeler vom Kanton Bern herkommen lassen. Das Familienglied Franz Brigger in den Rieben, hat bei allen Zweigen den Familiennamen von Briggeler in Brigger umgeändert.

Johann Briggeler, Witwer de Monte Terbien 1678


Familie Fux (Fuchs)

Ist eine alte Familie des Nikolaitales, hauptsächlich in St. Niklaus und Grächen ansässig.

Niklaus Fux von Gasenried, St. Niklaus, geb. 1857/1926, in Grächen eingebürgert im Jahre 1906, Sohn des Peter Joseph und der Maria Biffiger aus Gasenried.


Familie Hagen (Haagen)

Altes Geschlecht von Gluringen. Am Ende des 18. Jahrhunderts hat sich eine Familie nach Grächen verzweigt.

Franz Valentin Hagen von Gluringen, geb. 1770/1828, Sohn des Valentin und der Anna Maria Guntern aus Fiesch


Familie Ruf (Ruef, Rouf, Ruff)

Dieser Familienname wird abgeleitet vom alten Taufnamen Rouf, d.h. Rudolf. Die Familie stammt aus Saas und hat sich nach Törbel und von dort nach Gächen weiterverpflanzt, zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Ignaz Ruf, Wunderarzt, von Törbel, gest. 1837, Sohn des Peter Ignaz


Familie Ruppen (Ruppen und Ruppoz)

Ist eine sehr alte Familie von Saas-Grund, schon im 14. Jahrhundert. Im Jahre 1917 in Grächen eingebürgert.

1910 Peter Ludwig Ruppen, Organist


Familie Schnidrig (Schnyder, Schneider)

Diese Benennung ist vom Handwerk übernommen und sehr alt. Solche Namen kommen schon im 14. Jahrhundert vor, in Lax 133, in St Niklaus 1346, in Turtmann, Mund, Naters und Grächen im 16. Jahrhundert. Später siedelten sich Familien Schnidrig in Unterbäch, Agarn, Baltschieder, Visp und Stalden an. Die eigentliche Herkunft der Familien Schnidrig in Grächen kann nicht einwandfrei festgestellt werden, da die Aufzeichnungen in den Tauf-, Todes- und Ehebüchern der Pfarrei und Gemeinde nicht bis auf den ersten Aufenthalt in Grächen hinreichen. Es lebten schon vor dem Jahre 1632 (Datum des ältesten schriftlichen Nachweises) ca. zehn Familien Schnidrig in Grächen. In einem Kaufakt des Jahres 1553 wird ein Johann Sartir (=Schneider, Schnidrig) von Grächen erwähnt. Des weiteren in einem Kaufakt (Güter in Burwald) von 1617 ein Anton Schnidrig.

1650 Johannes Schnidrig


Familie Truffer

Seit dem 15. Jahrhundert beurkundete Familie des Nikolaitales. Die Truffer von Grächen stammen von St. Niklaus ab.

Peter Truffer, gest. 1691, des Peters und der Anna Blatter von St. Niklaus


Familie Walter

Dieses Geschlecht findet man in Grächen schon am Ende des 15. Jahrhunderts, indem ein Anton Walter um diese Zeit hier Rektor war. Ob die heutige Walter von obengenanntem Stamm herrühren, ist sehr fraglich. Eine Überlieferung will diese Walter vom " Val de Tornanche" herkommen lassen. Andere alte, heute noch lebende Verwandte behaupten, Selkingen sei ihr Abstammungsort. Die Schreibart im Goms ist aber nicht die gleiche (Walther) Siehe Walliser Wappenbuch!

Johann Bartholomäus Walter, 1763


Familie Williner

Von dieser Familie findet man im Walliser Wappenbuch gar keine Anhaltspunkte für ihre Herkunft. Die Zweigfamilie in Grächen ist zu Anfang des 19. Jahrhunderts von Embd herüber gekommen

Christian Williner, 1795/1871, von Embd, 1. Ehe Sohn des Joseph Anton und der Patienzia Lorenz von Embd


Familie Wyss

Laut Walliser Wappenbuch seit dem 15 Jahrhundert bekannte Familie in Törbel; am Ende des 18. Jahrhunderts auch in Grächen wohnhaft. Nach mündlicher Überlieferung soll dieses Geschlecht aus Österreich stammen.

Franz Joseph Wyss, Schmied, gest. 1832, wohnhaft in Gibbel





Nichtburger-Familien

Familie Furrer von Eisten

Roman Furrer, 1896/1944, des Ferdinand und der Magdalena Blumenthal von Eisten


Familie Gruber

Ist eine der ältesten Familien des Nikolaitales. Schon im Jahre 1587 hat sie sich hier niedergelassen und sich schon zum zweiten Male nach Grächen verzweigt.

Benjamin Gruber, geb. 1887, des Joseph Marie von Bodmen, St. Niklaus, und der Maria Schnidrig von Grächen


Familie Imboden von St. Niklaus

Vom Ort "Im Boden" hergeleitet. Vom Kleeboden (Gemeinde Eisten) mit Beinamen "Rieber" und vom Massaboden /Gemeinde Bitsch) nach St. Niklaus und Grächen verbreitet.

Peter Joseph Imboden, 1864/1944, des Jakob und der Katharina Brantschen von St. Niklaus


Familie Perrig von Brig

Vom Taufnamen "Perrinus" abgeleitet, von Arona (Italien) stammend, laut Überlieferung, und im 15. Jahrhundert in Brig wohnhaft. Im 20. Jahrhundert nach Grächen gekommen.

Wilhelm Perrig, geb. 1883, des Peter marie und der Philomena Ambort von Brig.


Familie Zurwerren von Mund

Dieser Name stammt vom Stammsitz "Zer Werra" im Zwischenbergtal. Zur Werren, Zur Werra - seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Mund hat einen Zweig nach Grächen abgegangen.

Cäsar Zurwerren, Mineur, 1894/1950, des Leo und der Euphrosine Zenklusen von Mund





Verzeichnis von alten Familiennamen

Entnommen aus den ersten, regelmässigen Aufzeichnungen in den Taufbüchern von Grächen ab 1632. Die Jahreszahlen geben den ersten und letzten Aufenthalt an

1651

am niedern Ried

1635

an den Wengen

1731

an den Halten (aus Zermatt)

1794

auf der Fluh

1831

Achermann

1831

Aschwanden

1633/1833

Biffiger (aus st. Niklaus)

1633

Buele

1642/1807

Brantschen (aus Zermatt)

1648

Biner (aus Zermatt)

1650

Blatter (aus St. Niklaus und Stalden)

1689

Borret (aus Gressonay und Stalden)

1683/1806

Briggeller, später auch Brigger

1801

Buller

1812

Blumenthal

1633/1812

Carlen (aus Goms)

1747/1832

Gruber

1718

Gasser

1750/1783

Gottsponer, später Abgotten (aus Staldenried)

1750/1913

Halter

1633/1802

Imboden

1841/1920

Imesch (aus Zeneggen)

1633

Jungen

1688

Imwinkelried

1746/1794

Juolin (aus Zermatt)

1825

Kontren

1670

Lorenz (aus Embd)

1687/1833

Lengen (von Embd und St. Niklaus)

1726

Lang

1794/1927

Muck

1653

Montfort

1685

Mussart

1710

Metz

1861/1905

Noti (aus Eisten)

1797

Poller

1718

Ruth

1655

Rieder

1891

Ruppen (aus Saas-Grund)

1640

Raffgartner (von Stalden-Eisten)

1633/1914

Schallbetter (aus St. Niklaus)

1633/1852

Steiner

1648/1836

Summermatter (aus Eisten)

1673

Sterren (St. Niklaus)

1729/1862

Stulz

1757

Schaller

1776

Seiler (aus Goms)

1782

Schumacher

1818

Schar

1633

Thenyen

1635/1753

Terbier

1707

Treda

1714/1825

Taugwalder (aus Zermatt)

1718

Ulied

1634/1780

Venetz (von Stalden und Saas)

1787/1862

Zurkirchen (aus Saas)

1690

Zuber (aus Embd und Tröbel)

1709/1835

Zumtaugwald (aus Zermatt)

1812/1891

Zurbriggen (aus Saas)



Angaben über Herkunft von alten Familiennamen, welche zur Zeit in Grächen bekannt waren


Die sehr zahlreichen Familiennamen von einst und jetzt lassen sich oft vom Handwerk herleiten, oder sind vom Ortsnamen übernommen worden, wo die Leute wohnten

Asper

Dieser Name war in Grächen uralt, wo sich der alte Weiler "Asp" (Asper =Espenwald) befand. Verbreitete sich über den ganzen Zenden Visp. Ist aber seit drei Jahrhunderten erloschen. Anselm Asper wird in einer Urkunde von 1295 erwähnt. In einem Akt von 1355 wurden die Brüder Peter und Niklaus in Asp gennant.


Biffiger

Alte Familie von St. Niklaus, wohl vom Wohnort "Biffig" benannt. Verzweigte sich auch nach Grächen, Ausserberg und Naters.


Blatter

Eine sehr alte Familie von Stalden, die schon im 13. Jahrhundert auch unter dem namen Z'blatten erwähnt wird und sich auch nach Grächen verzweigte, wohl vom Weiler "Z'blatten" zwischen Grächen und Stalden benannt. (Siehe auch Platter!) Thomas Blatter, Notar, erwähnt in einem Kaufakt von 1533


Brantschen

Alte Familie von Zermatt und des Nikolaitales. In Visp vor 1489 Burger. Ihr Name wird von Hiltbrand abgeleitet.


Brugener

Alte Familie aus Saas, die sich auch im 16. Jahrhundert nach Grächen verzweigte.


Carlen

Vom Taufnamen (Carolus) Karl gebildet. Seit dem 25. Jahrhundert bekannte Familie von Reckingen, Lax, Törbel und im 17. Jahrhundert in Grächen.

Imesch

Im Esch. Seit dem 13. Jahrhundert bekannte Familie von Zeneggen, nach dem Weiler Esch benannt.


Julen, Juolin

Alte Familie aus Zermatt, dasselbst seit dem 14. Jahrhunder bekannt. Ein Zweig ging über den Eringerpass nach Evolène und siedelte sich dort an.


Lengen

Seit dem 14. Jahrhundert beurkundete Familie des Nikolaitales, die auch in Brig, Visp und Lötschen vorkommt.


Nather

Aus Bürchen, wird im 13. Jahrhundert in Grächen erwähnt.


Raffgarter

Der Name kommt vom Weiler "Raffgarten", zwischen Eisten und Stalden. Seit dem 15. Jahrhundert bekannte Familie der Gemeinde Eisten, die sich im 16. Jahrhundert nach Bitsch, Greich , Mörtel im 17. Jahrhundert nach Grächen ansiedelte.


Schallbetter (Schelbetter)

Seit dem 15. Jahrhundert bekannte Familie des Nikolaitales, die ihren Namen vom Ort Scjhallbetten bei St. Niklaus /Gasenried. Führt. Sie erwarb 1512 das Bürgerrecht von Visp und gab Täsch, Grengiols und Mörel ab.


Steiner (Zum Stein)

Ein gleichnamiges Geschlecht bestand im 15. Jahrhundert auch in Grächen und ist 1852 erloschen.


Summermatter

Von "Summermatte" bei Esten. Im 15. Jahrhundert in Grächen bekannt und hat sich im 17 Jahrhundert nach St. Niklaus verzweigt.


von Schallen

Vom Weiler "Schalli" bei Täsch hergeleitet. Im Jahre 1704 nach Grächen gezogen


Taugwalder (Zum Taugwald)

Der Name kommt von 2Taub -Wald" oder "Taug -Wald", d.h. schwarzer Wald. Alte Familie von Zermatt, nach ihren Stammsitz benannt. Nach St. Niklaus, Grengiols, Bister und Grächen zweige abgegeben.


Venetz

Alte, angesehene Familie des Tales Saas, die sich nach Stalden, Eischoll, St. Niklaus, Grächen, Visp, Mörel, Brig, Naters, Turtmann, Siders und Sitten verzweigte und nach der Überlieferung ursprünglich aus Venedig stammen soll.


Zurkirchen (Zur Kirchen)

Seit dem 16. Jahrhundert bekannte Familie von Zeneggen und im 17. Jahrhundert auch in Grächen wohnhaft.

Diese Herkunftsangaben sind entnommen aus dem Walliser Wappenbuch, Ausgabe 1946.
Von verschiedenen Familiennamen fehlt jegliche Herkunft. Wahrscheinlich keine Walliser Geschlechtsnamen. Die ersten Familiennamen und Geschlechter stammen erst aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.





Das Durchschnittsalter innerhalb zweier Jahrhunderte 1700 -1900

Familie

Sterbefälle

Alter

Wyss

22

63

Schnidirig

124

62

Amstutz

19

60

Brigger

57

59

Truffer

30

59

Walter

58

59

Abgottspon

16

58

Ruf

17

56

Fux

37

56

Ruppen

2

54

Williner

20

54

Andenmatten

16

46

Hagen

9

43

Anthamatten

2

33

 

 

 

TOTAL

429

54





Auswanderung von ganzen Familien und einzelnen Personen

a) Nach Amerika:

Johan Joseph Abgottspon, ledig
Moritz Abgottspon, ledig
Brigger Moritz, ledig
Brigger Abraham und Maria, Geschwister, ledig
Brigger Ida, Klosterfrau
Schallbetter Alois, Familie, in den Heimenen
Schnidirg Joseph, Familie
Schnidrig Alexandra und Ferdinand, Brüder, ledig
Schnidrig Johann, Familie, untere Matte (1869)
Schnidrig Genoveva, ledig
Schnidrig Moritz, Familie, in der Bine
Schnidrig Rosa, ledig
Summermatter -Ruf Franz, Familie
Supersaxo -Williner Elisabeth, Witwe und Kinder
Truffer Andreas, Familie, in der Egge
Truffer Franz und Maria Josepha, Geschwister, ledig
Vonschallen Friedrich, ledig
Williner Christian und Rosina, Geschwiste, ledig
Williner Christaian und Jos. Maire, Brüder, ledig
Williner Sophia, ledig
Williner Bonifaz, ledig
Williner Joseph und Benjamin, Brüder ledig


b) Nach Italien

Fux Peter Maire, ledig
Williner Johannes, ledig
Williner Joseph Marie, ledig


c) Nach Deutschland

Fux Maria, im Burwald
Truffer Maria, ledig, in der Egge
Schnidrig Agatha, ledig
Schnidrig Adolf, ledig (1903) (ist nur vorübergehend zurückgekehrt in den Jahren 1906, 1918, 1920 und 1948)





Rangliste des Kindersegens

Familie

Knaben

Mädchen

Tot. Kinder

Benjamin Gruber

13

7

20

Benjamin Abgottspon

6

9

15

Roman Anthamatten

9

5

14

Raphael Schnidrig

8

6

14

Theophil Brigger

7

6

13

Joseph Schnidrig

2

11

13

Alois Abgottspon

5

7

12

Fridolin Amstutz

5

7

12

Adolf Andenmatten

4

8

12

Franz Joseph Fux

6

6

12

Julius Walter

8

4

12

Viktor Walter

5

7

12

Elias Williner

6

6

12

Peter Franz Williner

7

5

12

Andreas Abgottspon

5

6

11

Joseph Amstutz

5

6

11

Adolf Ruf

4

7

11

Franz Schnidrig des Jos.

7

4

11

Viktor Schnidrig

3

8

11

Franz Schnidrig des Christian

8

3

11

Moritz Truffer

3

8

11

Joseph Walter

6

5

11

Joseph Marie Walter, Lehrer

2

9

11

Friedrich Williner

3

8

11

Salomon Brigger

9

1

10

Peter Ludwig Ruppen

7

3

10

Benjamin Truffer

3

7

10

Peter Franz Walter

5

5

10

Peter Joseph Walter

4

6

10

Alois Wyss

2

8

10

Joseph Anton Wyss

5

5

10




Unglücksfälle

 

geboren

gestorben

Joseph Ignanz Abgottspon, Z'Meisen vom Baume gefallen

1798

1818

Johann Joseph Truffer, in Tribjen durch rollenden Stein erschlagen

1790

1826

Peter Joseph Imesch, im Hohpfad erfallen

1802

1848

Maria Josepha Schnidrig, im Titterwald beim Holzfällen

1809

1852

Karl Walter, in den Siitgräben beim Schafhüten

1844

1854

Ferdinand Amstutz, auf der Hohegge vom Baume gefallen

1838

1855

Ferdinand Schnidrif, beim Geisshüten im Kahlwanggraben

1844

1857

Franz Joseph Brigger, im Seeboden (Balfrinalpe) beim Ausgraben vom Murmeltieren

1813

1858

Ambros Schnidrig, auf der Chilcheri beim Gletscherhacken

1826

1862

Joseph Marie Schnidrig, im Sparren beim Holzfällen

1846

1867

Barbara Furrer, in der Bine beim Küchenbrand

1707

1869

Franz Joseph Brigger, im Taugwald beim Holzschlitteln

1858

1877

Peter Joseph Wyss, bei der Brandsonne in zermatt beim Sprengen

1862

1897

Friedrich Andenmatten, im Titter beim Viehzügeln

1833

1902

Leopoldina Schnidrig, im Distelackerwald verbrannt

1894

1912

Joseph Ruf, in Visp beim Rangierdienst der SBB

1891

1919

Franz Ruf, am Fronleichnamstag beim Mörselschiessen

1899

1932

Moritz Truffer, in Kalpetran (tragischer Tod)

1876

1933

Rudolph Schnidrig, z'Blatten, in Kalpetran durch Sprengstoff

1888

1934

Hugo Gruber, Lawinentod in Jungbach

1929

1936

Martina Anthamatten, in Zermatt an Gasvergiftung

1913

1936

Theodul Schnidrig, im Militärdienst als Chauffeur verunglückt

1893

1939

Konrad Abgottspon, im Militärdienst mit Velo bei der Bodenbrücke (Eisten) in die Vispe gestürtzt.

1918

1940

Peter Joseph Andenmatten, auf der Heimkehr in den Urlaub im Hohlerch erfallen

1911

1940

Albert Andenmatten, im Militärdienst samt Velo in die Lütschine (Berner Oberland) gestürtzt

1912

1943

Franz Unterdembiel, taleinwärts von Visp durch Ausgleiten im Gelände verunglückt

1855

1946

Kasimir Williner, im Militärdienst bei Visp verschwunden (Leiche später aus einer Rohenschleise gezogen)

1908

1945

Joseph Williner, in Frenkendorf bei einer Velotour gestürzt

1920

1950

Thomas Walter, bei seinem Wohnhause in Grächen durch Berühren der elektrischen Leitung verunglückt

1935

1950





Männer in fremden Kriegsdiensten

a) In Pfynkriege gegen die Franzosen (1798/99):

Johann Peter Carlen
Johann Joseph Steiner
Peter Niklaus Walter
Peter Joseph Fux
Johann Alois Schnidrig
Bartholomäus Walter

b) Im Russenfeldzug unter Napoleon in Magdeburg (1812/18):

Peter Ignaz Walter
Johann Joseph Schallbetter
In Moskau fanden 3000000 Mann und 150000 Pferde den Tod. Napoleon starb am 5. Mai 1821 auf der Insel St. Helena im Atlantischen Ozean.

c) Im Deutsch-Französischen Kriege (1870/71), drei Wochen Grenzdienst:

Abraham Walter
David Abgottspon
Lorenz
Fux (Matten)
Franz Joseph Fux (Steinet)
Christian Schnidrig (z'Blatten)
Peter Franz Williner (Gillen)

NB. Im ersten Weltkrieg 1814/18 leisteten aus Grächen im ganzen 45 Mann Militärdienst als Grenzwache. Im zweiten Weltkrieg 1939/45 schützten aus Grächen 126 Mann die Grenze.
Am 1. November 1939 setzte unter Bundesrat Obrecht die Rationierung der Lebensmittel ein. Die Zuteilung konnte durchwegs etwas höher gehalten werden als im ersten Weltkriege. Die Normalmenge an Lebensmittel- Coupons in der Schweiz betrug (1939/46) 482 Millionen pro Monat. Nach vorangegangenem, teilweisem Abbau der Rationierung erfolgte am 1. Juli 1948 die gänzliche Aufhebung (letzte Rationierungsmittel waren: Reis, Mehl, Fett). Die hundertste Ausgabe von Lebensmittelkarten fiel mit der Jahrhundertfeier der Bundesverfassung zusammen. Im ersten Weltkriege hatte die Rationierung rund vier Jahre (1917/20) gedauert. Die Kriegswirtschaftsämter zählten insgesamt nahezu 8000 Angestellte, darunter auch einen Grächer Bürger, Alois Schnidrig, als Experten für Anbaufragen im Eidg. Kriegsernährungsamte.






Personen, welche im Jahre 1872 an der grausamen Blatternkrankheit gestorben sind:

 

Altersjahre

Maria Hagen, ledig

32

Joseph Williner, ledig

20

Maria Josepha Walter, geb, Hagen

31

Moritz Ruf, ledig

13

Walburga Imesch, ledig

28

Alois Walter

40

Franz Brigger

18





Verzeichnis der Personen, welche im Jahre 1892/1893 dem Typhus zum Opfer gefallen sind:

 

Altersjahre

Abraham Walter, ledig

43

Genoveva Furrer, ledig

45

Joseph Marie Walter, ledig

33

Maria Josepha Vonschallen, ledig

54

Fridolina Fux, ledig

31

Magdalena Williner, geb. Hagen

27

Agatha Hagen, geb. Schnidrig

57

Katharina Anthamatten, geb. Truffer

56

Adolf Brigger, ledig

16

Katharina Andenmatten, geb. Schnidrig

42

Josefina Andenmatten, ledig

20

Friedrich Williner

39

Kreszentia Truffer, geb. Brantschen

65

Franz Joseph Tux

49

Josephina Ruf, ledig

26

Agathe Fux

71

 


Im Jahre 1918 an der Grippe gestorben

 

Altersjahre

Franziska Andenmatten-Moser

41

Franz Joseph Walter

49

Veronika Brigger, geb. Williner

32

Alois Hagen

40

Magdalena Hagen, geb. Truffer

49

(samt ihrem neugeborenen Kinde Alois)

 





Finanzieller Vergleich innerhalb eines Jahrhunderts von 1850- 1948

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein einmaliger Briefbotendienst zwischen St. Niklaus und Grächen mit 50 Rappen bezahlt. Katharina Walter war die Briefträgerin. Die erste Maultierpost um 1909 samt Fuhrmann wurde mit Fr. 2.- entschädigt. Heute, 1948, kostet ein Saum zu 100 kg Fr. 9.-

1913 Ist der Wertsachenverkauf auf der Post pro Jahr 600Fr.
1947 Derselbe beträgt schon 20000Fr.
1913 Der jährliche Geldumsatz auf der Post war 150000Fr.
1947 Derselbe ist auf zwei Millionen angewachsen.
1859 Das Gehalt des Posthalters war ca. 600 Fr. pro Jahr
1914 Dasselbe betrug pro Jahr 1400Fr.
1948 Der ledige Posthalter erhielt samt Aushilfe und Zulagen mit Briefbotendienst ca. 12000 Fr.
1907 Der Konsumkrämer wurde mit 1.50 Fr. pro Tag entschädigt.
1948 Die zwei Verkaufsangestellten sind mit 6000 Fr. bezahlt.
1890 Der Alpsenn erhielt 50 Rp. pro Tag, der Oberhirt 25 Rp., der Zuhirt 20 Rp.
1948 Der Alpsenn wird mit 8 Fr. und die Hirten werden mit je 7 Fr. pro Tag bezahlt.
1856 Ein Parrempfang kostete total 59 Fr.
1918 Ein solcher kostete mit allem Drum und Dran 1017.80 Fr.
1856 Ein Transport kostete für 1 Saum Wein samt Fuhrmann von Visperterminen nach Grächen Fr. 1.50.
1948 Eine gleiche Arbeitskraft wird mit 30 Fr. bezahlt (Fuhrmann Fr. 20.-, Maultier Fr. 10.-)





Verwaltungsreisen

 

1856

1947

Nach St. Niklaus

Fr. 1.-

Fr. 8.-

Nach Stalden

Fr. 1.-

Fr. 8.-

Nach Visp

Fr. 1.50.-

Fr. 12.-

Nach Brig

 

Fr. 18.-

Nach Sitten

 

Fr. 30.-


Gemeinderechnungen

 

1851

1905

1948

Einnahmen

202 Fr.

2313 Fr

33689 Fr

Ausgaben

112 Fr

4078 Fr.

59810 Fr



Entschädigung für Taglöhnerarbeit

1875

Innerhalb der Gemeinde wurde im Winter Fr. 1.50 pro Tag und im Sommer Fr. 2.-bezahlt.

1887/91

Beim Bahnbau von Visp nach Zermatt erhielt ein Maurer pro Stunde Fr. 0.40 und der Handlanger 25- 30 Rp. pro Stunde.
Hieronymus Amstutz war als erster Maurer von Grächen bei dieser Arbeit tätig.

1946

Die Arbeitslöhne in der Gemeinde betrugen im Winter Fr. 8.- bis 10.- und im Sommer 14.- bis 16.- Fr. Auf den verschiedenen Arbeitsplätzen erhielt ein Handlanger Fr. 1.70 bis 1.90 pro Stunde, Berufsleute Fr. 2.10 bis 2.30.

1948

Handlanger auf Arbeiten von nationalem Interesse und militärischem Charakter verdienten pro Stunde Fr. 2.30 bis 2.50, Berufsleute Fr. 3.-. Dazu pro Tag und Kind Fr. 0.60 Kinderzulage. Bezahlte Ferientage, Versetzungsentschädigungen und pro Monat eine bezahlte Reise vom Arbeitsplatz nach Hause und zurück.

 



Feste Gehälter

 

1870/1900

1900/30

1948

Pfarrgehalt

500.-

2400.-

4000.-

Lehrergehalt

Fr. 80.- bis 250.-

600.- bis 1200.-

Ca. 5000.-

Organistengehalt

Fr. 22.50

70.- bis 150.-

150.-

Hebammengehalt

Fr. 30.-

100.- bis 400.-

800.-

Sigristengehalt

Fr. 50.-

160 .- bis 400.-

1450.-

Zivilamt

Fr. 40.-

70.-

283.-

Förster

Fr. 60.-

250.- bis 400.-

1000.-



Die Regeln des Riedgletschers

1. Alles Fluchen und Schwören - Streit- Zorn beim Verteilen des Wassers zu vermeiden und Lieb', Fried' und Einigkeit walten lassen.
2. Die Spende an Brot für die Armen regelmässig zu verteilen.
3. Am 4. September die Prozession zu halten und dem Amt und der Predigt beizuwohnen. Aus jedem Haus soll wenigstens eine Person mitgehen. Dürren Reub darf man eintragen.
4. Jeder, der aus dem Riedbach wässert, soll am Gelübdetag einen Batzen (= /,25 Rp) opfern für eine Wachskerze, die man zu Ehren des hl. Theodul in der Kirche zu St. Niklaus abbrennen lässt.
5. Nicht zu tanzen bei der Straf' eines Walliser Pfundes (=1.96 Rp.). Ein Drittel dem Richter, einer dem Angeber und einer für Almosen. - Alles heimliche Prassen und Unzucht abzustellen.
6. Am Sonntag nicht zu wässern, ausser wer nachweisen kann, dass er getagtes Wasser hat und von dem Bischof oder Seelsorger in gewissen Fällen Erlaubnis bekommen hat. Derselbe soll aber erst nach der Vesper anschlagen.
7. Nicht zu wässern nach den Aposteltagen, an Festen unserer lieben Frau, Fronleichnam, Auffahrtstag, Patronatsfest, angenommene Feiertage (Kirchweih), Maria Magdalena, St. Margrethen.

Alle diese sieben Punkte hat man am 28. Mai 1803 nochmals aufs neue gelobt und befohlen. Alle diese Artikel sind ihrem ganzen Umfange nach auch noch vom Hochw. Herrn Bischof Joseph Anton in Sitten gebilligt und zu halten anbefohlen worden.





Viehpreis

Im Sommer 1913 erzählte mir der ganz alte Joseph Moser von Täsch (im Berg), geb. 1835/1922, dass zur Zeit des Handels über den Augstbordpass, heute Theodulpass genannt, nach Italien auf dem Markt Chatillon für Schafe und Ziegen 10 bis 20 Batzen = Fr. 1.45 bis 2.90 bezahlt wurden. Für Rindvieh bis nur 200 Batzen =Fr. 29.-. Offenbar waren damals sämtliche Viehgattungen viel kleiner als heute. In den Jahren 1885 bis 1890 hat mein Onkel Johann Schnidrig selbst eine junge Kuh gekauft von Franz Brigger, Hinterrieben, für 6 Napoleon = Fr. 120.- und selbe später um den gleichen Preis auf dem Markt in Visp dem Viehhändler Rauber Hans von Kandergrund (Kt. Bern) verkauft. Um diese Zeit waren die Handelspreise für Kleinvieh Fr. 10.- bis Fr. 20.- und für Rindvieh höchstens 10 Napoleon =200 Fr. Am Ende des 19. Und zu Anfang des 20. Jahrhunderts bezahlte man für eine ganze wertvolle Kuh 30 Napoleon = 600 Fr. und für ein Schaf als Auslese 40 Fr.

Im ersten Weltkrieg 1914/1918 schnellten alsdann die Viehpreise in die Höhe. Von Napoleon sprach man nicht mehr, nur noch von Hunderten. Ein drei Wochen altes Ferkel kostete 100 Fr. Grössere Schafe und gute Ziegen bezahlte man über 200 Franken und erstklassige Rinder und Kühe über 2000 Fr. Es folgten dann die sogenannten Krisenjahre und ein grosser Preissturz setzte ein.

In den Jahren 1930/1932 hatten die Viehpreise wieder einen gewissen Höhepunkt erreicht. Es wurde am Markt in Stalden am 15. Oktober 1931 für eine Kuh (Parisa) 1150 Fr. geboten vom Viehhändler Baumgartner aus St. Gallen.

Im zweiten Weltkriege 1939/1945 waren sämtliche Preise auf allen wirtschaftlichen Gebieten durch die Preiskontrollstelle in Montreux einigermassen geregelt (ständiger Schwarzhandel genommen). Auch die Schlachtpreise des Viehes waren festgesetzt. Für ein kalb oder ein Schwein zahlte man pro Kilo Lebensgewicht bis 4 Fr. Das Nutzvieh hatte keine festen Preise. Eine Leghenne kostete bis 25. Fr. Kleine Faselschweine bezahlte man pro cm Umfang bis 3 Fr und grössere bis zu 3.80 Fr. das Kilo Lebensgewicht. Ein Schaf und eine Ziege im Mittel 150 bis 200 Franken. Für das dreijährige Rind (Rösli), 2 m Umfang mit 88 Punkten prämiert auf der Viehschau in Grächen am 3. Oktober 1947, hatte ein Viehhändler 1900 Fr. bezahlen wollen.





Wirtschaftskonzessionen und Gastgewerbe

Der Ausschank geistiger Getränke fand in früheren Zeiten nur vereinzelt in Privathäusern statt. Bei den mässigen Bedürfnissen der damaligen Bevölkerung war die Bewirtung äusserst einfach, doch musste auch der kleine Wirt die Erlaubnis hiezu einholen. Nachfolgend sei für die Entwicklung des Konzessionswesens auf dem Grächberg sowie eine Übersicht der Wirtschaftsinhaber gegeben, soweit dies aus Überlieferungen und Akten hervorgeht.

1856 Johann Joseph Schnidrig ("Berner Josi") wirtete im 3. Stockwerk des heutigen Gemeindehauses.
1860 Alois Walter (Fenner) in seiner Wohnung des Fennerhauses
1871 Isidor Brigger, in der Halbsucht, 2. Stock
1895 Elias Williner, auf dem Platz, in seiner Wohnung, 1. Stock.
1908 Wolhelm Perrig, im Treierhaus (heute Hotel Mischabel, nur vorübergehend, seither jeder Mieter und Eigentümer des Hauses)
1909 Alois Andenmatten, im Hotel Hannigalp, in den Heimenen. Bei der Eröffnung wurde vorerst nur im Sommer eine Wirtschaft betrieben, erst später durch Julius Andenmatten das ganze Jahr hindurch.
1912 wurde durch den Konsumverein im altbekannten Krämerlokal auf dem Platz ein Ausschank eröffnet.
1923 Eröffnung der Pension Alpina durch Walter Friedrich.
1925 Wilhelm Perrig begann neben dem Wirtschaftsbetrieb im Hotel Mischabel eine Gastgeberei.
1928 Hotel Matterhorn durch Ernest Schelling
1932 Severin Fux im Kurhaus Grächen
1937 Othmar Andenmatten im "Bärgji", alkoholfrei, seit 1943 für drei Monate auch für geistige Getränke.
1942 Julius Andenmatten, in seinem "Kaufhaus", alkoholfrei.
1944 Heinrich Amstutz, auf der Hannigalp für den Sommer.
1947 Roman Anthmatten, in der Pension Sonne im "Heimiboden".
1948 Julius Andenmatten, in der Pension Edelweiss.
1952 gibt es fünf Wirtschaften mit Ganzjahresbetrieb, vier für die Dauer der Fremdsaison und eine alkoholfreie Wirtschaft.
1952 Joseph Schnidrig, Niedergrächen, Ganzjahresbertieb.

Als eigentlicher Pionier der Fremdenindustrie in Grächen gilt Alois Andenmatten, Sohn Moritz, der 1909 das Hotel Hannigalp erbaute und es trotz Wirtschaftskrise und Weltkrieg zu namhaftem Ansehen brachte. Herr Redaktor Georges Wagnière aus Genf und nachmaliger Schweizerischer Gesandter in Rom förderte das Unternehmen in der Weise, dass er zahlreiche Gäste aus der Westschweiz zum Besuch der neuen Fremdenstation veranlasste.

Im Jahr 1951 gab es in Grächen folgende Gasthäuser:

1. Hotel Hannigalp, Julius Andenmatten -Brigger. 1935 gliederte er dem Betrieb das Chalet Hannigalp und 1948 die modern eingerichtete Pension Edelweiss an.
2. Kurhaus Grächen, Severin Fux -Williner
3. Pension Alpina, Ernest Williner -Walter
4. Hotel Mischabel, Quirin Walter und Franz Andenmatten.
5. Pension Sonne, Roman Anthamatten -Walter.
6. Hotel zum See, Meinrad Williner, Familie.

Wasserkraft -Verkauf und Erstellung des elektrischen Lichtes

1905 Verkauf der Wasserkraft in den Kipfen durch einstimmigen Beschluss der Urversammlung vom 8. Oktober (erste Anzahlung Fr. 10250,. Plus Jahreszins, der in 10 Jahren die Summe von Fr. 3720.- ausmacht, dazu unentgeltliche Abgabe von 150 Lampen und 16. Kerzen). Kraft erstattet an Kalpetran oder St. Niklaus.
1910 Am 31. Juli Gemeindebeschluss, an Posthalter J. Zumtaugwald in Stalden die 150 Lampen von der Lonza AG, auf 15 Jahre zu verkaufen zu Fr. 550.- pro Jahr.
1911 Zweite Anzahlung des Lonza für Wasserkraft Fr. 6300.-.
1915 Am 11. April Ratsbeschluss, für die elektrische Heizung des Pfarr- und Schulhauses einen Kostenvorschlag ausarbeiten zu lassen.
1924 Am 2. November Erteilung der Erlaubnis an Viktor Brigger (Vater) zur Erstellung eines Netzes für das elektrische Licht.
1925 Am 25. Januar Verhandlungen mit der Lonza AG betr. Lieferung des schuldigen elektrischen Kraft.
Am 14. Februar Übergabe der Arbeiten für die Leitung Kipfen -Grächen
Am 8 Dezember Ratsbeschluss, der Lonza AG einen Supplementszins für die Wasserkraft zu verlangen.
1948 Am 18. Januar Beschluss der Urversammlung und Burger über die Annahme des Vertragsentwurfes mit den Westschweizerischen Kraftwerken "ESO", die Gorner-Vispe betreffend.