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17.05.2012
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FAMILIENURLAUB

Familien Willkommen Signet mit SiSU im Liegestuhl Grächen - St. Niklaus im Matterhorn valley zwischen Zermatt und Saas Fee. Einzigartiges Bergerlebnis in traumhafter Natur. Der Geheimtipp für Familien und Kinder sowie für Ski- und Wanderferien.

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Geschichte

Geschichte | Personen | Familienchronik | Wasserleitungen | Verkehr |

 

1. Ur- und Frühgeschichte

Das Wallis wurde um 6500 v. Chr. (Mittelsteinzeit) vom Genfersee her allmählich besiedelt. Funde vom Theodulpass bei Zermatt beweisen, dass die Menschen bereits in der Jungsteinzeit (4500-1800 v. Chr.) bis in die Seitentäler vorgedrungen waren und Alpenpässe als Übergänge benutzten. Ob das Gebiet von Grächen zu dieser Zeit bereits bewohnt war, kann mangels Funden nicht nachgewiesen werden. Sicher jedoch ist, dass es schon dicht bewaldet war, denn 1980 wurden anlässlich der Sanierung des Grächnersees 47 Lärchen, 10 Arven und einige Rottannenstämme ausgebaggert. Laut Untersuchungen der eidgenössischen Anstalt für das forstliche Versuchswesen stammen die ältesten aus der Zeit um 4500 v.Chr. Dies beweist zumindest, dass auch in Grächen das nötige Jagdgebiet für die Steinzeitmenschen vorhanden war.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts fand der Plattenspalter Franz Walter (geb. 1866) in der Chrütera nahe der Waldgrenze auf 2160 m ü.M. eine Bronzespeerspitze und zwei bronzene, beilartige Schlagwerkzeuge. Diese Funde bezeugen, dass zur Bronzezeit ( 1800-750 v.Chr.) Hochgebirgsjäger die Grächner Wälder durchstreiften. Oberhalb dieser Fundstätte erhebt sich auch der Heidnischtosso, welcher vom Volk seit jeher als vorgeschichtliche Opferstätte bezeichnet wurde. Beim Bau des Chalets Bina, auf der Südseite der Kapelle des gleichnamigen Weilers, entdeckte man 1948 zwei Steinskistengräber, deren Alter Professor Sauter aus Genf mangels Beigaben vorsichtig auf 1500-200 Jahre schätzte.

2. Entwicklung zur Gemeinde

Als die Alemannen vom 8.Jahrhundert an das Oberwallis besiedelten, fanden sie überall freie Gebiete. Sie legten in Waldlichtungen und in der Umgebung bestehender Siedlungen ihre Höfe an. Auch in unserer Gegend entstanden wohl um die Jahrtausendwende solche Niederlassungen. Im Jahr 1295 wird Grächen dann erstmals als "de Grangis" in einer öffentlichen Urkunde als Gemeinwesen erwähnt. Vom 13. Jahrhundert an gründeten die Bauern des Oberwallis Genossenschaften und gaben sich selber Satzungen, welchen vom 15. Jahrhundert an schriftlich festgelegt wurden. Dies geschah in Grächen 1553 in einem Dokument, welches mit "Bauernzunft oder Statuten des Berges Grächen" betitelt ist. Es enthält Verordnungen über das Bewässern der Wiesen an Sonntagen, die Kirchenpolizei und das Friedensgericht. Es regelt den Einkauf ins Bürgerrecht und die Nutzung der Allmend und verbietet die Ausfuhr von Holz und Streue ("Chriss") in andere Orte. Diese bäuerliche Genossenschaft verstand sich jedoch schon damals als Gemeinde, denn in vielen Walliser Urkunden des 14.Jahrhunderts taucht immer häufiger dies Bezeichnung auf.

Die damaligen Bürgergemeinden waren jedoch nicht eigenständig, sondern verschiedenen Feudalherren zu Gehorsam und Abgabe verpflichtet. So konnten sich Grächen erst 1809 bzw. 1839 von den Abgabepflichten gegenüber dem Bischof von Sitten und dem Domkapitel freikaufen. Die Abgeltung der Verpflichtungen gegenüber der Mutterpfarrei Visp erfolgte sogar erst im Jahre 1894. Den geschuldeten Zehnten lieferte man vor allem als Getreide ab, welches die Grächner auf den Gemeindeäckern unterhalb Witu Biela in Fronarbeit anbauten. Es wurde im Zehntenstadel im Chummulti eingebracht, gedroschen und dann über den kühn angelegten Fusspfad durchs Schwarz-Loch zu Tal gebracht. Der Überlieferung zufolge produzierte man in guten Jahren sogar Überschüsse, die dann an die Gemeinden im inneren Nikolaital verkauft werden konnten.

Das politische Leben Grächens spielte sich bis zum Bau der Kirche im Jahre 1704 wohl in Zer Greechu (Niedergrächen) ab, wo auch bis 1928 das alte Gemeindehaus stand. Von diesem Weiler erhielt ja auch die Gemeinde ihren heutigen Namen. Erst 1824 baute man oberhalb der Kirche das "Halterhaus" und richtete im 1.Stockwerk die Gemeindestube ein. Dort findet man auf den Dielbäumen ("Binne") sämtliche Initialen der damaligen Bürger eingeschnitzt.

 

3. Berühmter Vater, berühmter Sohn

Grächner machten Geschichte: der grosse Humanist Thomas Platter und sein nicht minder berühmter Sohn Felix, Medizinprofessor an der Basler Universität.

Wann genau Thomas Platter geboren wurde, weiss man nicht. Die Familientradition hielt am Jahre 1499 fest. Thomas Platter, der seinen Namen auf das Haus auf einer Platte (Fels) bei Grächen zurückführt, hütete in der Jugend Ziegen, war fahrender Student, dann Seiler, wurde ein hervorragender Hebraist und Buchdrucker und schliesslich Rektor der berühmten Basler Lateinschule "auf Burg". Als Schlossherr in Gundeldingen verheiratete er sich mit 73 Jahren wieder und wurde nochmals Vater von sechs Kindern. Als er 1582 im Alter von 83 Jahren starb, hinterliess er eine der köstlichsten und interessantesten Autobiographien des deutschen Sprachraums.

Sein Sohn Felix ging als grosser Mediziner und Anatom in die Geschichte ein, der der Universität Basel - nach der gesamteuropäisch bedeutsamen Epoche mit Erasmus, Holbein und Paracelsus wieder ins Mittelmass abgesunken - neuen Aufschwung verlieh. Er veröffentlichte mit seiner "Praxis medica" das wohl wichtigste medizinische Lehrbuch seiner Zeit. Zu einem Vorkämpfer moderner Heilkunst machten ihn aber vor allem seine anatomischen Sektionen. Ihm widerfuhr, was allen Vorkämpfen widerfährt: Seine erst Sektion 1559 am Leichnam eines hingerichteten Diebes durchgeführt, erregte die Gemüter der Zeitgenossen ausserordentlich.

 

4. Anfänge des Tourismus

Die ersten "Touristen" unseres Bergdorfes waren wohl Thomas und Felix Platter, welche 1562 anlässlich einer Reise durchs Wallis auch ihren Heimatort besuchten. Zwischen 1874 und 1885 weilte Frau Boll aus Sitten jeden Sommer währen einiger Wochen in Grächen.

Im Jahre 1896 reiste der Basler Botanik- und Musiklehrer Nordmann nach Grächen, um die Geburtsstätte Thomas Platters zu besuchen und verbrachte von da an bis 1906 jedes Jahr seine Sommerferien beim Lehrer und Posthalter Moritz Walter (1841-1913). Er kaufte 1905 von der Bürgergemeinde für 50 Franken den Nordmannstein. Unter diesen überhängenden Felsblock, etwa auf halbem Weg zur Hannigalp gelegen, stellten ihm die Grächner jeden Sommer für die Dauer seines Aufenthaltes eine Ruhebank auf, damit er sich beim Aufstieg zur Hannigalp ausruhen konnte. Im "Dreierhaus", in dem sich heute das Restaurant Walliserkanne befindet, wurde um die Jahrhundertwende das erste Gasthaus Grächens mit einigen Fremdenbetten eingerichtet. Die erste Pension, die Pension Hannigalp, erbaute 1909 Alois Andenmatten. Darauf folgte 1923 die Pension Steinbock, das heutige Hotel Alpina und 1934 das Kurhaus Grächen, später in Grächerhof umbenannt.

Natürlich weilten damals nur im Sommer während einiger Wochen Gäste in unserem Dorf. Sie genossen das im Vergleich zu anderen Orten in gleichen Höhenlage sehr milde Klima und die zahlreichen Sonnentage. Die vielen Waldwege Grächens und die vier "Wasserleite" vom Riedbach her boten willkommene Wandermöglichkeiten.

Die Sektion Genf des SAC baute 1927 die Bordierhütte am Riedgletscher, welche nicht nur Hochgebirgstouristen Unterkunft bot, sondern auch ein willkommenes Ausflugsziel war. Am 1.August 1929 konnte Gemeindepräsident Quirin Walter anlässlich der Vaterlandsfeier 120 Feriengäste begrüssen. Bereits 1937 zählte man währen der gesamten Sommersaison 7000 Übernachtungen, was einem Durchschnitt von 500 Gästen entsprechen würde, welche je zwei Wochen in Grächen verbracht hätten.

 

5. Alles Gute kam... von Kalpetran!

Damals bot der Tourismus nur wenigen Grächnern einen bescheidenen Nebenverdienst; die meisten Familienväter mussten auswärts ihr Brot verdienen. Wollte man die Entvölkerung des Bergdorfes stoppen, musste unbedingt etwas unternommen werden, um die Entwicklung voranzutreiben. Vor allem fehlte eine Verbindungsstrasse mit dem Tal. Die Gäste mussten damals in einem mühsamen, anderthalbstündigen Fussmarsch von der Bahnstation Kalpetran nach Grächen hochsteigen, und eine Maultierkarawane von bis zu 15 Tieren schleppte Post, Gepäck und Lebensmittel ins Bergdorf. Zwar hatte die Urversammlung schon 1911 beschlossen, eine "Wagenstrasse" von St.Niklaus nach Grächen zu bauen, doch erst in den vierziger Jahren machte man sich ernsthaft daran, das Dorf verkehrstechnisch zu erschliessen. Man prüfte dabei auch die Variante Seilbahn, denn damals wurden viele Walliser Bergdörfer durch dieses Verkehrsmittel mit den Tälern verbunden. Durch eine Autostrasse konnte jedoch die Streusiedlung Grächen gleichzeitig mit mehreren Weilern der Gemeinde St. Niklaus besser erschlossen werden. So bewilligte dann die Urversammlung 1947 den Kredit zum Bau der Strasse. Diese wurde 1951 bis Niedergrächen und 1953 bis ins Dorfzentrum fertiggestellt.

 

6. Grächen wird Fremdenkurort

In den darauffolgenden Jahren erlebte Grächen eine sprunghafte Entwicklung. Es wurden nicht weniger als 8 Hotels und viele Ferienwohnungen gebaut, und 1960 zählte man bereits 66500 Übernachtungen. Auf Initiative des aus Grächen stammenden Visper Politikers und Schriftstellers Adolf Fux, wurde Grächen einen Höhenwanderweg mit Saas-Fee verbunden, was damals eine grosse Attraktion für die Sommergäste bedeutete. Doch der Sommertourismus allein brachte keine genügende Existenzgrundlage für die Bergbevölkerung.

Am 26.Mai 1955 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, welche sich zum Ziel setzte, die Hannigalp durch eine Gondelbahn zu erschliessen. Diese war dann auf die Wintersaison 1958/59 betriebsbereit und bot eine Transportkapazität von 115 Personen pro Stunde. Damit war auch der Start zur Wintersaison geglückt und in der Folge konnte sich Grächen zum heutigen gutausgebautem Sommer- und Wintersportort weiterentwickeln.

1984 wurde durch den Bau der Seetalhornbahn eine zweite Transportmöglichkeit in die Skigebiete geschaffen. Kurz darauf ersetzte man auch die erste Gondelbahn zur Hannigalp durch eine moderne, leistungsfähigere Anlage.

Heute zählt man jährlich etwa eine halbe Million Übernachtungen in ungefähr 6500 Fremdbetten. Der Tourismus ist zur Hauptverdienstquelle für 85% der Grächner Bevölkerung geworden. Innert 30 Jahren ist die Bevölkerung Grächens von 600 auf 1265 Personen angewachsen (1993)

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